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Aktion für ein freies Internet

Gier, Skrupellosigkeit und Fantasie deutscher Abmahnungsabzocker scheinen grenzenlos. Statt einer generellen Abmahnung bekamen Hunderte deutscher Songtextseiten jetzt einzelne Abmahnungen pro veröffentlichtem Songtext, mit entsprechend vervielfachten Gebühren.

Die wenigsten Leute wissen, daß Abmahnungen, sofern der Begriff überhaupt bekannt ist, nicht primär ein Mittel sind, um böse Buben zur Rechenschaft zu ziehen. Nein, in zunehmendem Maße werden Abmahnungen ein Mittel, den wirtschaftlich Schwächeren zu verdrängen, zu schädigen, und finanziell abzuzocken.

Die Möglichkeiten der Gegenwehr gegen ungerechtfertigte Abmahnungen sind gering, und für Privatpersonen - angesichts ungeheurer Streitwerte - überhaupt nicht mehr finanzierbar. Mehr und mehr gewinnen Abmahnungen den Charakter von Schutzgelderpressungen, da sie gegenüber dem Stress, Zeitaufwand, und unkalkulierbaren Risiko eines Prozesses als kleineres Übel erscheinen.

Besonders der private Internetnutzer wird zur Sardine im Haifischbecken. Foren, Ebay, private Homepage, überall lauern Abmahnungsabzocker, die die Untätigkeit und Ignoranz des Gesetzgebers in klingende Münze zu wandeln verstehen.

In seiner völligen Unkenntnis vom Internet und seiner internationalen Verflechtung, hat der deutsche Gesetzgeber eine Rechtslage geschaffen bzw. entstehen lassen, die vor allem Privatpersonen und kleine Unternehmer ungeheuren Risiken aussetzt: Es existieren Regelungen, die den Wettbewerb eher beeinträchtigen als fördern (der Abmahnungswahnsinn, der bis zum Exzess betriebene Marken-, Namen- und Titel-Schutz, in dem stets der wirtschaftlich Stärkere seine - auch unberechtigten - Interessen durchsetzt), und gleichzeitig besteht eine erschreckende Rechtsunsicherheit, speziell in Fragen der Linkhaftung und des Urheberrechts.

Das Internet wurde aufgebaut von Millionen freien, quasi ehrenamtlichen Webmastern, die mit großem Einsatz und Fleiß, teils kleine, teils große Bausteine zu einem riesigen Mosaik von Homepages, Daten- und Linksammlungen zusammensetzten, und die großartigste und gleichzeitig demokratischste Informations-Institution aller Zeiten schufen.

Jetzt aber versuchen einige wenige Leute, das freie Internet ihren persönlichen, kommerziellen Interessen zu unterwerfen und alles beiseitezufegen, was diesen Interessen im Wege steht. Ihr Ziel ist es, sämtliche Veröffentlichungsrechte in wenigen Händen zu konzentrieren und jeglichen freien Daten- und Informations-Austausch zu unterbinden.

Sie haben nur eines übersehen: Wir sind das Internet! Wir brauchen keine Konzerne, keine Musik-Lobby, keine korrumpierten (angeblich wirtschaftsfreundlichen) Politiker. Im Gegenteil, die brauchen UNS!

Eine große Masse solidarischer Webmaster und Surfer, die sich ihres Einflusses bewußt sind, könnte der Beginn eines neuen, demokratischen Zeitalters sein, zumindest im Internet!

(Quelle: http://www.rettet-das-internet.de)

www.ekken.de unterstützt ausdrücklich die freien Webmaster im Kampf für ein freies Internet!